Yogapraxis wieder aufnehmen

Über die Jahre bin ich immer wieder aus meiner Yogapraxis „rausgefallen“. Durch unterschiedlichste Umstände kam es dazu, dass ich nicht mehr oder nur noch selten Yoga praktiziert habe. Nach 2-3 Wochen keimt in mir dann aber meine innere Stimme auf, die nachfragt, ob es denn JETZT wieder in die Umstände passt?

 

Die Gründe und Umstände können vielfältig sein, vom Umzug, über Ende des letzten Yogakurses, Depressionen, Krankheit usw. Plötzlich stellt man fest, und das kann auf sämtichen Ebenen sein, dass Yoga fehlt und DU, dein Unterbewusstsein, danach fragt, verlangt. Warum? Und warum hat man seine Yogapraxis abgebrochen? Was ist der wirkliche Grund? Denn die oben genannten Umstände sind im Prinzip Ausreden. Das hört sich jetzt schlimmer an, als ich es meine. Es ist das Leben was auf und ab geht, weil alles in Bewegung ist. So ist auch Deine Yogapraxis in Bewegung. Worauf ich hinaus will ist, dass äußere Umstände wie Umzug oder Beendigung des letzten Yogakurses uns eigentlich nicht davon abhält, Yoga Asanas alleine, zu Hause, im Garten oder wo auch immer zu praktizieren. Die Yoga Asanas sind auch nur ein Pfad des Yogas. Bedenke, dass zum Beispiel auch Mantra singen dazu gehört. Bei mir vergeht kein Tag, dass ich nicht irgendwann am Tag mal ein Mantra singe. Meistens beim spazieren gehen mit meinem Hund oder vor dem Essen.

 

Auch kann man sich intellektuell und philosophisch dem Yoga (Jnana-Yoga) näheren oder es vertiefen, indem man entsprechende Bücher ließt, Hörbücher oder Mantra Musik hört oder sich Videos ansieht. Dies sind auch gute Möglichkeiten bei Krankheit, wo man viel im Bett liegen oder sich nicht gut bewegen kann. Pranayamas (Atemübungen), Tratrak (Blickübungen) sowie Yoga Nidra sind ebenfalls gut geeignet.

 

Es gibt natürlich auch viele Krankheiten bei denen man keine Körperübungen durchführen kann oder sich nur teilweise oder eingeschränkt bewegen kann. Hier sind alle oben genannten Wege empfehlenswert oder man wandelt die Asanas in eine leichtere Variante um und benutzt Hilfsmittel. Am besten hört man in seinen Körper hinein und du wirst herausfinden, welche Übungen dir gut tun. Praktiziere voller Achtung und sanftmütig mit deinem Körper wenn du nicht 100% fit bist.

 

Yoga bei Depressionen finde ich mit „am schwersten“. Oft liegen negative Gedanken zu Grunde, man zieht sich zurück, die Decke über den Kopf und es fehlt der Antrieb für Alles. Gelingt es uns hier, auch nur einen positiven Gedanken zwischen die negativen zu schmuggeln, sollte es der an Yoga sein. Positives Denken bringt uns aus unserem Teufelskreis und besonders Atemübungen, Körperwahrnehmung oder sogar Meditation, wenn möglich, helfen uns näher an den eigentlichen Grund für die Depressionen zu kommen. Auch die Hilfe von Außen kann zusätzlich beitragen Dinge zu verstehen und zu verarbeiten. Schlechte Gedanken bevorzugen auch schlechtes Essen, da man keinen Antrieb hat zu kochen und das Tamas Guna im Vordergrund steht. Gut ist es daher gesunde Nahrungsmittel und frisches Obst und Gemüse zu essen und auf Zucker und Fette wie in Süssigkeiten und Fastfood zu verzichten. Eine weitere Gute Möglichkeit sein Gemüt aufzuhellen, sind Spaziergänge auf denen man positive Affirmationen wie ein Mantra wiederholt. (Beispiel: Das Leben meint es gut mit mir)

 

Wenn immer ich in einer abwärts Phase in meinem Leben war, hat es mich mehr zum Yoga hingezogen. Yoga, in seinem Facettenreichtum, hat mir immer geholfen mich wieder mehr wahrzunehmen, mich zurück auf den Weg zu bringen und mit neuer Energie, Hoffnung und Kraft positiv in die Zukunft blicken zu lassen. Indem man hinschaut und nicht weg, hineinhört und akzeptiert, loslässt und erkennt, sich treiben lässt und nicht festhält, sanft und verständnisvoll mit sich selbst und anderen, mehr zu sich zu finden und sich selbst zu verzeihen und zulässt das man sich liebt.

 

 

 

Deswegen weiß ich, dass ich auch in NICHT Asana Yoga Phasen Yoga praktiziere. Denn Yoga ist ein Teil von mir. Ich bin Yoga. Yoga bin ich.